50 Jahre Fernwärme in Krefeld
Modernisiertes Blockheizkraftwerk liefert Fernwärme umweltfreundlich und effizient
Mehr als 200 Tonnen mussten bewegt werden. Allein ein Gasmotor, der zur Strom- und Wärmeerzeugung dient, wiegt 60 Tonnen, der Spitzenlastkessel bringt es auf stolze 30 Tonnen.Doch jetzt ist es vollbracht, und was vor gut einem Jahr mit dem Umbau begann, geht nun offiziell in Betrieb: das modernisierte Blockheizkraftwerk (BHKW) der SWK, das sich am Weeserweg auf dem Gelände der SWK MOBIL befindet.
„Damit erreichen wir einen ersten Meilenstein in unserem Jubiläumsjahr ,50 Jahre Fernwärme in Krefeld’“, freut sich Martin Cirener, Vorstandsvorsitzender der SWK. Das Rathaus war seinerzeit Vorreiter, als dort 1961 der erste Fernwärmekessel in Krefeld eingebaut wurde. Mittlerweile versorgt die SWK mehr als 1.500 Kunden mit dieser unabhängigen und umweltfreundlichen Energie, darunter zum Beispiel auch die Sparkasse, das Seidenweberhaus, das Helios Klinikum, die Firma Oerlikon Saurer oder die IHK.
Der Transport von Fernwärme erfolgt in Form von thermischer Energie in einem wärmegedämmten, erdverlegten Rohrsystem. In Krefeld ist das Netz mittlerweile 84 Kilometer lang und durchzieht hauptsächlich die Krefelder Innenstadt sowie die Stadtteile Gatherhof, Bückerfeld, Inrath, Bockum, Gartenstadt und Uerdingen.
„Die Fernwärme in Krefeld steht nahezu unabhängig von der Weltmarktentwicklung lokal zur Verfügung – quasi von Krefeld für Krefelder. Fernwärme ist nicht nur eine bequeme und komfortable Art des Heizens, sie hat auch eine hervorragende Ökobilanz und ist eine optimale Maßnahme zur CO2-Minderung. Das gilt für Krefeld umso mehr, da etwa zwei Drittel der Fernwärmeproduktion über die Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage der EGK erfolgen“, erläutert Martin Cirener. Auch das neue BHKW, das mit Gas betrieben wird, dient im Wesentlichen zur Besicherung der Leistung aus der MKVA Krefeld. Bei der SWK will man dabei auch weiterhin auf die Vorteile von Kraft-Wärme-Kopplung setzen.
8,5 Mio. Euro hat die SWK für die Modernisierung des BHKWs aus dem Jahre 1990 am Weeserweg in die Hand genommen. „Das zeigt, dass wir von dieser Energieform überzeugt sind. Fernwärme ist in unseren Augen einer der Energieträger der Zukunft“, sagt Carsten Liedtke, Vorstandsmitglied der SWK. Mit der neuen Technik, die verbaut worden ist, wird das Heizkraftwerk künftig mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad und einem wesentlich geringerem CO2-Ausstoß arbeiten. Zugleich werden durch die Modernisierungsmaßnahmen die Wartungskosten gesenkt. Das BHKW wird jetzt mit drei Gasmotoren betrieben. Der Spitzenlastkessel kann sowohl mit Öl als auch mit Gas betrieben werden und hat eine Leistung von acht Megawatt. Mit einem Wirkungsgrad von 86 Prozent zeigt das neue BHKW, wie zeitgemäße Energieproduktion aussehen kann. „Dieses BHKW hat eine Fernwärme-Leistung von 20.000 Kilowatt und könnte damit 2.000 Einfamilienhäuser mit Fernwärme versorgen“, betont Carsten Liedtke.
Dass immer mehr Menschen die Vorzüge von Fernwärme erkennen, belegt die Tatsache, dass auf und rund um das Dujardin-Gelände in Uerdingen derzeit rund 900 Meter Fernwärmeleitungen verlegt werden. Der Dujardin-Komplex konnte als neuer Kunde von Fernwärme gewonnen werden und wird noch in diesem Sommer ans Fernwärmenetz angeschlossen – pünktlich im Jubiläumsjahr „50 Jahre Fernwärme in Krefeld“.
inbetriebnahme-bhkw-weeserweg.pdf (33,78 kB)




