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Historie der elektrischen Straßenbahn in Krefeld

Historische Straßenbahn-Bilder

1. November 1900

Die erste elektrische Straßenbahn nimmt den planmäßigen Verkehr auf. Die Streckenführung verläuft von der Saumstraße über die Gladbacher Straße und über diese bis zum Wasserturm an der Heideckstraße.

Aus der Krefelder Zeitung vom 31. Oktober 1900:
Der Betrieb, der morgen früh aufgenommen wird, regelt sich vorläufig nach dem im Anzeigenteile enthaltenen Fahrplan, der mit Ausnahme der Strecke Bahnhof-Augustaplatz, wo die Züge alle 10 Minuten fahren, Zwanzig-Minutenbetrieb vorsieht. Natürlich wird die Gesellschaft gemäß dem mit der Stadt geschlossenen Vertrage innerhalb der Stadt Fünfminuten - und nach außerhalb Zehnminutenbetrieb einführen, sobald die Leitungseinrichtungen und der Wagenpark, dessen Lieferung nicht mit der gewünschten Promptheit erfolgt ist, dies gestatten. Das Publikum wird, besonders für den morgigen Tag, zur Vorsicht gemahnt. Die Führer der Wagen sind von der Direktion ebenfalls angewiesen worden, möglichst Vorsicht obwalten zu lassen, damit die mit einer solchen Betriebseröffnung meist verbundenen Gefahren möglichst vermieden werden.

1904

Krefelds Nachbargemeinde St. Tönis wird an das elektrische Straßenbahnnetz Krefelds angeschlossen.

1909

Das Netz der Krefelder Straßenbahn umfasst elf Linien.

1911

Im Jahr 1911 erstreckt sie das Einflussgebiet der Straßenbahn auf über 180.000 Einwohner. Die Linienlänge beträgt 79,81 km, die Steckenlänge 58,13 km. Mit 77 Triebwagen und 67 Beiwagen werden über 14 Millionen Fahrgäste befördert. Der zweigleisige Ausbau der Straßenbahnstrecken beginnt.

1923/1924

Anschaffung von 30 neuen modernen Straßenbahnfahrzeugen. Diese 13,5 Tonnen schweren Zweiachser-Triebwagen der Gebrüder Schöndorff AG verfügten über 22 Sitzplätze im Quersitzformat.

1926

Anschaffung eines vierachsigen Beiwagens der Gebrüder Schöndorff AG. Dieser verfügte über einen Mitteleinstieg, um den stärker gewordenen Fahrgastandrang an den Haltestellen besser bewältigen zu können.

1929

Bestellung von zweiachsigen Straßenbahntriebwagen in neuartiger Stahlbauweise bei der Waggonfabrik Uerdingen. Diese Wagen hatten längere Plattformen und boten bequemere Sitze und breitere Gänge. Auch war die Sicherheit aufgrund der Stahlkonstruktion höher.

1929/1930

Ausbau der Straßenbahn-Gleisanlagen in der Krefelder Innenstadt.

1939

Kriegsbedingt kam es zu Einschränkungen des Straßenbahnbetriebs.

1945

Wiederaufnahme des Personenverkehrs durch die Krefelder Straßenbahn. Bis Ende 1949 wurden wieder alle Linien in Betrieb genommen, die einen wirtschaftlichen Personenverkehr versprachen.

1949 bis 1951

Inbetriebnahme von insgesamt 40 Zweiachser-Wagen. Die ersten wurden 1949 auf alten Fahrgestellen mit Wagenkästen in Stahl-Holz-Mischbauweise aufgebaut. 1950/51 folgten ein Dutzend neue Wagen in Stahlbauweise sowie 20 Beiwagen, die nach dem Muster der bei Kriegsanfang entwickelten deutschen Kriegsstraßenbahnen in Leichtbauweise gebaut worden waren.

1950 bis 1957

Aufgrund des so genannten Wirtschaftswunders setzt eine Massenmotorisierung ein. Der Motorfahrzeugbestand in Deutschland verdreifachte sich in diesem Zeitraum auf über 6,2 Millionen. Diese Konkurrenz durch den Individual- und Busverkehr führt zur ersten Streckenstilllegung im Jahr 1952.

1957

Die vorhandenen Straßenbahn-Fahrzeuge werden durch Umbau den Erfordernissen eines modernen Straßenbahnverkehrs angepasst.

1962

Der Stadtrat entscheidet in der Frage: "Straßenbahn oder Bus in Krefeld" für die Beibehaltung der diametralen Straßenbahnlinien. Das Straßenbahnnetz soll auf vier Streckenreduziert werden. Statt vormals 82,7 km Streckenlänge verbleibt nun ein Netz mit 43,22 km Streckenlänge.

1964

Anschaffung neuer sechsachsiger Drehgelenkwagen (6GTW).

1970 bis 1975

Inbetriebnahme einer neuen Straßenbahnlinie von Bockum Kirche bis Bockum Friedhof/Verberger Straße und später Verlängerung der Linie bis Gartenstadt/Traarer Straße.

1976 bis 1978

Umbau der sechsachsigen Drehgelenkwagen (6GTW) zum achtachsigen 8 GTW. Diese Fahrzeuge gelten bis heute als technisch "gutmütig" und von daher relativ wartungsarme Fahrzeuge.

1979 bis 1982

Bau der Linie 2 von Gartenstadt nach Elfrath.

1982

Anschaffung moderner Zweirichtungsstadtbahnwagen vom Typ M8C. Diese werden im Regelfall auf den Linien 042 und 043 eingesetzt, da diese über Stumpfendstellen verfügen.

2006

Täglich benutzen mehr als 65.000 Fahrgäste die vier Straßenbahnlinien der SWK

2007

Die SWK entscheidet sich dafür, weiter auf das „System Schiene“ zu setzen und künftig weiterhin in Krefelds Straßenbahnnetz zu investieren. Hierzu sollen in den kommenden Jahren die alten Straßenbahnen sukzessive ausgetauscht und durch neue, moderne Straßenbahnen ersetzt werden. Im Juni präsentiert die SWK MOBIL auf ihrem Betriebshof einige alternative Straßenbahnmodelle verschiedener Hersteller.

Nach einer europaweiten Ausschreibung entscheidet sich die SWK im Dezember für die Anschaffung von 19 neuen Straßenbahnen des Typs FLEXITY Outlook C des Unternehmens Bombardier.

2009

Im Herbst kommt die erste neue Straßenbahn nach Krefeld, die noch im Dezember ihren planmäßigen Betrieb aufnehmen wird. Die neuen Straßenbahnen sind 30 Meter lang, 2,30 Meter breit, haben 52 Sitz- und 106 Stehplätze. Vier Motoren a 105 kW werden die Bahn antreiben.


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